Fah­rer­as­sis­tenz­systeme für mehr Sicherheit

Fah­rer­as­sis­tenz­systeme für mehr Sicherheit

Mehr Sicherheit durch Assis­tenz­systeme ab 2022

Ab dem 06. Juli 2022 gelten neue Vor­schriften für die Ent­wicklung von Kraft­fahr­zeugen in der EU. Zu den neuen Pflichten gehören eine Reihe von Fah­rer­as­sis­tenz­sys­temen, mit denen Fahr­zeuge künftig aus­ge­stattet sein müssen. Dies haben das Euro­päische Par­lament und der Euro­päische Rat in der EU-Ver­ordnung 2019/2144 festgelegt.

Im Rahmen der Erwä­gungs­gründe führt der euro­päische Gesetz­geber aus, dass im Jahr 2017 25.300 Men­schen auf den Straßen der Union gestorben seien. Mensch­liches Ver­sagen spiele bei mehr als 90 % der Stra­ßen­ver­kehrs­un­fälle eine Rolle.

Weiter heißt es, dass hoch­ent­wi­ckelte Fah­rer­as­sis­tenz­systeme die Zahl der Ver­kehrs­toten, die Zahl der Ver­kehrs­un­fälle sowie die Zahl der Ver­letzten und Sach­schäden wirksam ver­ringern könnten, wenn sie vom Nutzer einfach zu hand­haben sind.

Nach­folgend finden Sie einen Über­blick über die Assis­tenten, die in Zukunft für mehr Sicherheit im Stra­ßen­verkehr sorgen sollen.

Intel­li­genter Geschwindigkeitsassistent

Das intel­li­gente Geschwin­dig­keits­system soll den Fahrer zum Bei­spiel durch akus­tische oder optische Signale bei der Ein­haltung des Tem­po­limits unter­stützten. Das System erhält die Daten zur Geschwin­dig­keits­be­grenzung durch die Beob­achtung von Stra­ßen­schildern und durch elek­tro­nische Karten. Der Fahrer wird auf Geschwin­dig­keits­über­tre­tungen auf­merksam gemacht. Es soll eine Abschalt­funktion geben, falls zum Bei­spiel wider­sprüch­liche tem­poräre Fahr­bahn­mar­kie­rungen in Bau­stellen oder man­gel­hafte oder feh­lende Ver­kehrs­schilder zu Fehl­war­nungen durch den Assis­tenten führen. Beim Ein­schalten der Zündung wird er aber stets wieder akti­viert. Außerdem muss es dem Fahrer möglich sein, die vom System gefor­derte Fahr­zeug­ge­schwin­digkeit zu überschreiten.

Vor­richtung zum Einbau einer alko­hol­emp­find­lichen Wegfahrsperre 

Des Wei­teren wird eine Vor­richtung in Kraft­fahr­zeugen zum Einbau einer alko­hol­emp­find­lichen Weg­fahr­sperre Pflicht. Die Weg­fahr­sperre selbst gehört noch nicht zu den vor­ge­schrie­benen Sys­temen. Zunächst muss nur eine stan­dar­di­sierte Schnitt­stelle vor­handen sein, die das Nach­rüsten mit einer alko­hol­emp­find­lichen Weg­fahr­sperre ermöglicht.

Warn­system bei Müdigkeit und nach­las­sender Auf­merk­samkeit und hoch­ent­wi­ckeltes Warn­system bei nach­las­sender Konzentration 

In den Fahr­zeugen sollen zwei Warn­systeme vor­handen sein. Das eine bewertet die Wach­samkeit des Fahrers durch eine Analyse der Fahr­zeug­systeme und warnt den Fahrer bei Bedarf. Das andere hilft dem Fahrer, sich wei­terhin auf das Ver­kehrs­ge­schehen zu kon­zen­trieren, und warnt ihn, wenn er abge­lenkt ist. Bei beiden Sys­temen muss sicher­ge­stellt sein, dass nur die Daten kon­ti­nu­ierlich auf­ge­zeichnet und auf­be­wahrt werden, die im Hin­blick auf die Zwecke der Daten­er­fassung erfor­derlich sind. Die Daten dürfen Dritten nicht zugänglich gemacht oder zur Ver­fügung gestellt werden. Sie müssen nach der Ver­ar­beitung unver­züglich gelöscht werden.

Ereig­nis­be­zogene Datenaufzeichnung

Zum Zwecke der Unfall­for­schung wird ein ereig­nis­be­zo­genes Daten­auf­zeich­nungs­system instal­liert. Kri­tische und unfall­be­zogene Para­meter und Infor­ma­tionen werden auf­ge­zeichnet und gespei­chert, z. B. die Fahr­zeug­ge­schwin­digkeit, Daten zum Abbremsen des Fahr­zeugs und Infor­ma­tionen über den Zustand und den Grad der Akti­vierung der Sicher­heits­systeme. Auf diese Weise werden genaue und detail­lierte Unfall­daten gewonnen. Diese sollen der Unfall­for­schung, der Ver­kehrs­si­cher­heits­analyse und der Bewertung der Wirk­samkeit von Maß­nahmen dienen.

Da es sich hierbei um die Erhebung und Ver­ar­beitung sen­sibler per­so­nen­be­zo­gener Daten handelt, müssen einige strenge Bedin­gungen erfüllt werden.

Die Daten sollen nur in einem kurzen Zeit­fenster vor, während und unmit­telbar nach einer Fahr­zeug­kol­lision auf­ge­zeichnet werden, indem das System z. B. durch eine Airbag-Aus­lösung akti­viert wird. Die Daten dürfen nur den oben genannten Zwecken dienen und nicht der Iden­ti­fi­zierung des Nutzers oder Halters eines bestimmten Fahr­zeugs. Daher darf das System nicht in der Lage sein, Infor­ma­tionen auf­zu­zeichnen und zu spei­chern, die eine Iden­ti­fi­zierung des ein­zelnen Fahr­zeugs, des Eigen­tümers oder des Halters ermög­lichen, zum Bei­spiel die letzten vier Ziffern des fahr­zeug­un­ter­schei­denden Teils der Fahrzeug-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­nummer. Es muss sicher­ge­stellt sein, dass die Daten anony­mi­siert und vor Mani­pu­lation und miss­bräuch­licher Ver­wendung geschützt sind.

Hoch­ent­wi­ckeltes Not­brems­as­sis­tenz­system und Notfall-Spurhalteassistenzsystem

Der Not­brems­as­sistent wird ein­ge­setzt, um Gefah­ren­si­tua­tionen selb­ständig zu erkennen und das Fahrzeug abzu­bremsen. Auf diese Weise sollen Zusam­men­stöße ver­hindert oder abge­mildert werden.

Der Spur­hal­teas­sistent unter­stützt den Fahrer dabei, das Fahrzeug in einer sicheren Position in Bezug auf die Fahrspur oder die Stra­ßen­be­grenzung zu halten, zumindest wenn das Fahrzeug die Fahrspur ver­lässt oder kurz davor ist und eine Kol­lision droht.

Beide Systeme können vom Fahrer aus­ge­schaltet werden. Sie müssen wieder in Betrieb sein, wenn der Haupt­schalter des Fahr­zeugs betätigt wird. Es muss außerdem möglich sein, akus­tische Warn­si­gnale zu unter­drücken. Des Wei­teren muss es möglich sein, sie zu übersteuern.

Not­brems­licht

Das Not­brems­licht ist ein spe­zi­elles Licht­signal. Es zeigt dem Fahrer im hin­teren Fahrzeug an, dass das vor ihm fah­rende Fahrzeug mit einer für die jewei­ligen Stra­ßen­ver­hält­nisse starken Ver­zö­gerung gebremst wird. Dies soll in Zukunft ver­meiden, dass ein starkes Abbremsen nicht oder zu spät erkannt wird und es hier­durch zu Auf­fahr­un­fällen kommt.

Rück­fahr­as­sistent

Der Rück­fahr­as­sistent infor­miert den Fahrer über hinter dem Fahrzeug befind­liche Per­sonen und Objekte. Damit soll ver­hindert werden, dass es beim Rück­wärts­fahren zu Zusam­men­stößen kommt.



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